Familienministerin Katharina Binz: „Beratungsstelle SoliNet leistet einen wichtigen Beitrag gegen digitale Gewalt“ 

Betroffene von digitaler Gewalt können sich seit einem Jahr an die Beratungsstelle SoliNet gegen Hass und Gewalt im Netz in Rheinland-Pfalz wenden. Das kostenfreie Beratungsangebot bietet Hilfestellung bei Fragen der Online-Sicherheit, psychosoziale Unterstützung und Stabilisierung nach Hass und Gewalterfahrungen im Netz, juristische Ersteinschätzung und technische Unterstützung bei der Beweissicherung. Das Familienministerium fördert dieses wichtige Angebot jährlich mit 184.000 Euro. 

„Mit der Einrichtung der Beratungsstelle SoliNet wurde ein entscheidendes Signal an Betroffene von Hass und Gewalt im Netz gesendet: Ihr seid nicht allein! SoliNet leistet mit seinem integriertem Beratungs-, Informations- und Präventionsangebot einen wichtigen Beitrag gegen digitale Gewalt. Es ist immer wieder wichtig, darauf hinzuweisen, dass Verbote von Beleidigungen, Verleumdung, Hassrede und Volksverhetzung auch in der digitalen Welt gelten. Wenn sich Menschen aus Furcht vor digitaler Gewalt aus öffentlichen Foren zurückziehen, ist das ein Verlust für die Demokratie, denn damit wird mehr Platz denen überlassen, die ihre Ziele rücksichtslos verfolgen“, erläutert Familienministerin Katharina Binz.

Betroffene können bei SoliNet in einem geschützten Raum über das Erlebte berichten und gemeinsam mit den Beraterinnen und Beratern auf ihre Situation angepasste Handlungsoptionen erarbeiten. Neben vielen allgemeinen Informationsanfragen hat SoliNet bereits 30 intensive Beratungen geleistet, denen sich teilweise monatelange Begleitungsprozesse anschlossen. Entscheidend für die Arbeit von SoliNet war es in den vergangen zwölf Monaten, verlässliche Netzwerke und Arbeitsstrukturen mit wichtigen Partnerinnen und Partnern, sei es Organisationen der sozialen Arbeit oder Verbänden, zu etablieren und zu festigen. 

Die Informationsanfragen und Beratungsgespräche zeigen, dass längst nicht nur junge Leute das Beratungsangebot nutzen, sondern alle Altersklassen. Zudem ist erkennbar, dass sich viele Menschen an ein hohes Maß an digitaler Gewalt gewöhnt haben und dies als selbstverständlich betrachten. Andere wiederum ziehen sich aus öffentlichen Foren zurück und werden so zum Schweigen gebracht. 

Rolf Knieper, Leiter der Beratungsstelle SoliNet, betont: „Digitale Gewalt ist ein Phänomen, dass die Breite der Gesellschaft trifft. Die Menschen, die sich an unsere Beratungsstelle gewandt haben, sind sehr verschieden und auf den unterschiedlichsten Plattformen unterwegs. Meist eint sie jedoch, dass sie aufgrund ihres Einsatzes für eine demokratische und liberale Gesellschaft Bedrohungen und massive Anfeindungen erleben mussten.“ 

Die Beratungsstelle SoliNet ist eine zentrale Maßnahme des Landesaktionsplans gegen Rassismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Teil des dort verankerten Programms „Solidarität gegen Hass und Gewalt im Netz“.

Hintergrund:
Das Beratungsangebot kann in den Sprachen Deutsch, Englisch und Arabisch erfolgen, es ist kostenfrei und auf Wunsch anonym. Zudem stehen die Beraterinnen und Berater den Betroffenen per E-Mail (solinet(at)mpower.de) und telefonisch unter 0261 570 133 37 zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie unter: www.solinet-rlp.de.

Auf https://www.solinet-rlp.de/infothek finden Interessierte ein umfangreiches Informationsangebot, das hilft, sich gegen Angriffe zum einen technisch zu schützen und zum anderen mit erfolgten Angriffen psychisch besser umgehen zu können. Darüber hinaus bieten die Expertinnen und Experten von SoliNet Workshops zum Umgang mit Sozialen Medien an, welche inzwischen vor allem im schulischen Bereich stark nachgefragt sind.