Integrationsministerin Katharina Binz: „Sonderauswertung bescheinigt positives Integrationsklima in Rheinland-Pfalz“

Rund 1.1 Millionen Menschen in Rheinland-Pfalz haben gemäß jüngsten Auswertungen des Mikrozensus 2020 einen sogenannten Migrationshintergrund. Das entspricht 27 Prozent aller Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer. 

Nun stehen mit der Sonderauswertung des Integrationsbarometers 2020 des Sachverständigenrates für Integration und Migration (SVR) für Rheinland-Pfalz differenziertere Erkenntnisse zum Stand der Integration in Rheinland-Pfalz zur Verfügung. 

Der Bericht bescheinigt dem Land insgesamt ein positives Integrationsklima, was sich auch im subjektiven Zugehörigkeitsgefühl äußert. Demnach fühlen 88 Prozent der Befragten mit Migrationsgeschichte „voll und ganz“ oder „eher“ zu Deutschland zugehörig sowie 81 Prozent zu ihrem Wohnort. Auch am Arbeitsplatz haben 89 Prozent der befragten Menschen mit Migrationsgeschichte mehrheitlich „positive“ Erfahrungen gemacht. Zudem legen die Ergebnisse nahe, dass in Rheinland-Pfalz Menschen mit Einwanderungsgeschichte im Freundeskreis öfter „überwiegend“ oder „ausschließlich Deutsch“ (73 Prozent) sprechen als im übrigen Bundesgebiet (64 Prozent). 

„Die Sprachbildung ist und bleibt ein Schwerpunkt unserer Integrationspolitik. So haben wir in den vergangenen Jahren beispielsweise mit unserem Programm ‚Sprachziel: Deutsch‘ eine wichtige Ergänzung zu den Sprachangeboten des Bundes geschaffen. Wir werden unseren Weg der Integration, die alle hier lebenden Menschen mit Migrationsgeschichte in den Blick nimmt, fortführen“, erklärt Integrationsministerin Katharina Binz.

Aus der Sonderauswertung geht allerdings auch hervor, dass es insbesondere bei der politisch-gesellschaftlichen Teilhabe weiterhin Nachholbedarf gibt. Befragte mit Migrationshintergrund in Rheinland-Pfalz sind in der Regel seltener politisch aktiv als Befragte ohne Migrationshintergrund. Auch beim vereinsgebundenen und vereinsungebundenen Engagement engagieren sich die für das Integrationsbarometer befragten Personen mit Migrationsgeschichte seltener als Befragte ohne Migrationsgeschichte. Gleichwohl ist das Engagement der Personen mit Migrationsgeschichte aus Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich höher. 

„Das zivilgesellschaftliche Engagement gilt es in der Integrationsarbeit noch gezielter zu fördern. Daher ist die Unterstützung der vielen Initiativen, der niedrigschwelligen Flüchtlings- und Begegnungscafés sowie den vielen ehrenamtlichen Aktivitäten vor Ort weiterhin wertvoll. In Rheinland-Pfalz ist das Engagement in den Beiräten für Migration und Integration wichtig für die politische Partizipation vor Ort. Wie im rheinland-pfälzischen Koalitionsvertrag festgehalten, wollen wir den Ehrenamtlichen in unserem Land weiterhin Möglichkeiten der Qualifizierung anbieten sowie auch die beim Flüchtlingsrat RLP angesiedelte Koordinierungsstelle ‚Civi Kune RLP‘ (früher auch als „Aktiv für Flüchtlinge“ bekannt) weiterhin unterstützen.“

Integrationsministerin Katharina Binz ist mit den Ergebnissen des Integrationsbarometers zufrieden. „Der Bericht ist ein wichtiger Beitrag zur Versachlichung der Debatte um Integration und Migration. Er zeigt, dass Integration in Rheinland-Pfalz funktioniert und von den Menschen in Rheinland-Pfalz als insgesamt positiv betrachtet wird“, so Integrationsministerin Binz abschließend.


Link zur Sonderauswertung: https://mffki.rlp.de/fileadmin/MFFJIV/Integration/SVR_Integrationsbarometer_Rheinland-Pfalz_2020-barrierefrei.pdf