Integrationsministerium fördert Weiterentwicklung und Professionalisierung der Sprachmittlung mit 710.700 Euro 

Im Rahmen eine Pressekonferenz hat Integrationsministerin Katharina Binz heute über die Weiterentwicklung und Professionalisierung der Sprachmittlung im sozialen Raum in Rheinland-Pfalz informiert.

„Unser Ziel ist, dass zukünftig allen Menschen überall im Land ein Sprachmittlungsangebot zur Verfügung steht, wenn sie es benötigen. Zugewanderte Menschen müssen ab dem ersten Tag in Deutschland kommunizieren, auch wenn sie noch kein oder nur wenig Deutsch sprechen – sei es bei Behördengängen, einem Elterngespräch in der Schule oder beim Arzt. Es profitieren alle Beteiligten gleichermaßen davon, wenn Gesprächsinhalte dank eines Sprachmittelnden klar vermittelt und entsprechend bearbeitet werden können“, so Integrationsministerin Binz. 

Auf Grundlage einer Analyse zur Situation der Sprachmittlung in Rheinland-Pfalz wurde ein Konzept zur Weiterentwicklung und Professionalisierung der Sprachmittlung im Land erstellt. „Wir werden die Sprachmittlung quantitativ und qualitativ ausbauen. Dazu brauchen wir mehr qualifizierte Sprachmittelnde, noch effizienter arbeitende Vermittlungsstellen und vor allem eine umfassende Information potenzieller Auftraggeber über den Nutzen von Sprachmittlung“, führte Integrationsministerin Binz aus.

Beraten und unterstützt wird das Ministerium dabei vom Haus der Sprachmittlung, das zum 1. Juli 2022 in Trägerschaft von Arbeit und Leben gGmbH Rheinland-Pfalz/Saarland die Arbeit aufnahm. Das Integrationsministerium fördert das Haus der Sprachmittlung bis Ende 2024 mit 710.700 Euro. „Das Haus der Sprachmittlung setzt aktuell den Schwerpunkt auf die Öffentlichkeitsarbeit und die Vernetzung mit den Akteurinnen und Akteuren in der Sprachmittlung in Rheinland-Pfalz. Parallel werden die konzeptionellen Arbeiten zur Weiterentwicklung der Sprachmittlung in Rheinland-Pfalz und der Aufbau einer Datenbank zur transparenten und effizienten Vermittlung von Sprachmittelnden betrieben", fügte Gabriele Schneidewind, die Geschäftsführerin von Arbeit und Leben Rheinland-Pfalz/Saarland an.

Hintergrund: 

Bei der Sprachmittlung handelt es sich um Dolmetschleistungen in – meist – seltenen Sprachen, die von qualifizierten Kräften nebenberuflich erbracht werden. Unter Sprachmittlung im sozialen Raum versteht man das Dolmetschen in Gesprächssituationen, in denen zwar kein vereidigter Dolmetschender zwingend vorgeschrieben ist, in denen mündliche Übersetzungsleistungen aber notwendig sind, um eine klare Kommunikation mit Beschäftigten der Verwaltung, von Einrichtungen des Bildungs- oder Gesundheitsweisen oder von Beratungsstellen zu ermöglichen.

Nach einer wissenschaftlichen Studie verfügte im Sommer 2021 nur gut die Hälfte der rheinland-pfälzischen Kommunen (19 von 36) über Strukturen der Sprachmittlung im sozialen Raum.

Qualifizierungen zur Sprachmittlerin oder zum Sprachmittler werden von verschiedenen freien Trägern von Sprachmittlerpools und Vermittlungsstellen angeboten. Zum 1. Juli 2022 startete außerdem das vom Land und ESF+ gemeinsam finanzierte Projekt „Sprachmittlung im Alltag - eine Qualifizierung mit Zukunft“, das 180 Unterrichtseinheiten umfasst. Absolventinnen und Absolventen erhalten neben einem qualifizierten Teilnahmenachweis außerdem das IHK – Zertifikat „Sprachmittler/in (IHK)“.

Die Trägerschaft des Hauses der Sprachmittlung wurde im Jahr 2022 öffentlich ausgeschrieben. Den Zuschlag für die entsprechende Rahmenvereinbarung mit dem MFFKI erhielt Arbeit und Leben Rheinland-Pfalz/Saarland. Das Integrationsministerium förderte das Haus der Sprachmittlung im Jahr 2022 mit 139.000 Euro, in diesem Jahr mit 284.600 Euro und im Jahr 2024 mit 287.100 Euro.