Ministerin Spiegel zeichnet vier vorbildliche Projekte mit dem Integrationspreis des Landes aus 

Sie sind Botschafterinnen und Botschafter für Vielfalt und Gemeinschaft und leisten mit ihrer täglichen Arbeit einen wichtigen Beitrag für Integration und Teilhabe in Rheinland-Pfalz. Heute hat Integrationsministerin Anne Spiegel vier herausragende Projekte in unterschiedlichen Kategorien mit dem Integrationspreis Rheinland-Pfalz 2020 ausgezeichnet. Zudem wurden sechs Best-Practice-Projekte prämiert.  

„Ich gratuliere den Gewinnerinnen und Gewinnern ganz herzlich! Mit ihren Projekten leisten sie einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Zusammenleben. Sie setzen sich Tag für Tag dafür ein, dass Integration funktioniert - und das mit ganz eigenen Ansätzen. Das hat die Jury und mich überzeugt“, würdigte Integrationsministerin Anne Spiegel die Prämierten. „Die große Vielfalt und die hohe Qualität der eingereichten Projekte waren beeindruckend. Ich bin sehr froh, dass die Integration der zugewanderten Menschen in unserem Land auf einer so breiten und soliden Basis steht.“ 

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Integrationspreis 2020 sind:
-    Das Projekt „Brückenmaßnahme Bildung und Beratung“ des Zentrums für wissenschaftliche Weiterbildung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gewinnt in der Kategorie “Starke Frauen im neuen Leben“.
-    Das Projekt „Kulturelle Vielfalt (Diversity) und kultursensible Frühpädagogik“ des Kindergartenreferats Kirchenkreis obere Nahe gewinnt in der Kategorie "Wurzeln schlagen - in zwei Kulturen".
-    Das Projekt „Geflüchtete im Ehrenamt - Brückenbauer für Integration“ des Malteser Hilfsdienst e.V. Kaiserslautern gewinnt in der Kategorie "Erfahrungen teilen - Chancen nutzen".
Die in diesen Kategorien prämierten Projekte erhalten jeweils 5.000 Euro.   
„So unterschiedlich diese drei Projekte sein mögen, so widmen sie sich doch jeweils ganz zentralen Fragen der Integration: der beruflichen Teilhabe von hochqualifizierten zugewanderten Frauen, einer frühkindlichen Arbeit, die auf den multikulturell geprägten Kita-Alltag von heute eingeht und auf das Engagement Zugewanderter, ihr unmittelbares Lebensumfeld zum Beispiel durch ehrenamtliche Arbeit mitzugestalten. Die Jury hatte eine schwierige Aufgabe und ich danke den Preisträgerinnen und Preisträgern für ihr großes Engagement“, sagte Anne Spiegel. 

Für den Sonderpreis stellte die Jury eine Bestenliste zusammen, aus der Ministerin Anne Spiegel auswählte. Der Sonderpreis geht an das Projekt „Flüchtlingshilfe Quirnbach“ der Ortsgemeinde Quirnbach. „Hier packt ein ganzes Dorf an, damit Geflüchtete hier heimisch werden. So gelingt Integration und Teilhabe: Wenn alle sich beteiligen und diese große gesamtgesellschaftliche Aufgabe auch tatsächlich von allen gemeinsam angepackt wird. Dann finden sich Sprachkurse, genauso wie Ausbildungsplätze, Jobs, Wohnungen und Freundschaften“, begründet Integrationsministerin Spiegel ihre Entscheidung. Der Sonderpreis ist mit 2.000 Euro dotiert. 

Insgesamt hatten sich mehr als 70 Projekte für den Integrationspreis beworben. Ministerin Spiegel bedankte sich bei allen Bewerberinnen und Bewerbern für ihr großartiges Engagement: „Allen Projekten ist eines gemeinsam: Durch sie wird Integration gelebt von Menschen, die sich dafür einsetzen, dass Migrantinnen und Migranten und ihre Kinder in Rheinland-Pfalz ein Zuhause finden, Fuß fassen und Freundschaften schließen.“ 

Die unabhängige, neunköpfige Jury vertritt die die Bereiche Medien und Wissenschaft, Kommunen und Unternehmen, Sozialverbände und NGOs sowie Religionsgemeinschaften und die Politik. 

„Ich hoffe, dass wir mit dem heutigen Tag eine neue schöne Tradition anstoßen können, nach der der Integrationspreis künftig alle fünf Jahre gegen Ende der Legislaturperiode ausgelobt und verliehen wird“, resümiert Ministerin Anne Spiegel die Auslobung des Integrationspreises Rheinland-Pfalz.

Im Anschluss an die Preisverleihung wird eine Aufzeichnung der Veranstaltung auf der Website www.integrationspreis.rlp.de eingestellt. Dort werden auch die erstplatzierten Projekte sowie die Best Practice-Projekte vorgestellt. 

Alle Informationen zum Integrationspreis Rheinland-Pfalz 2020 und die Vorstellung der Jurymitglieder finden Sie auf www.integrationspreis.rlp.de.

Hintergrundinformation zu den Preisträgern

Projekt „Brückenmaßnahme Bildung und Beratung“ 
Das Projekt ist Qualifizierungsprogramm für zugewanderte und geflüchtete Frauen, die in ihrem Herkunftsland im Bereich Pädagogik, Soziale Arbeit oder Beratung gearbeitet haben und die in Deutschland nicht entsprechend ihrer Qualifikation beschäftigt sind. Sie werden für eine Tätigkeit als Beraterinnen im Bereich Bildung, Beruf und Beschäftigung qualifiziert. 

Projekt „Kulturelle Vielfalt (Diversity) und kultursensible Frühpädagogik“
In diesem Projekt werden Erzieherinnen und Erzieher im Themenfeld interkulturelle Öffnung und Kompetenz geschult und qualifiziert. So werden sie auf einen professionellen Umgang mit den Herausforderungen vorbereitet, die sich durch die kulturelle Vielfalt der ihnen anvertrauten Kinder und deren Familien stellen. Ziel ist dabei, dass die Erzieherinnen und Erzieher befähigt werden, eine Brücke zwischen den Kulturen zu schlagen.

Projekt „Geflüchtete im Ehrenamt - Brückenbauer für Integration“
Ehrenamtliche Integrationslotsen der Malteser in Kaiserslautern unterstützen   geflüchtete Kinder und Erwachsene:  Die Integrationslotsen, von denen viele selbst einen Fluchthintergrund haben, begleiten Geflüchtete bei zahlreichen Aktivitäten, stehen als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner aus dem gleichen Kulturkreis zur Verfügung und können ihre Erfahrungen an Neuankömmlinge weitergeben. Mit Hilfe der Integrationslotsen sollen Ängste und Vorbehalte schneller abgebaut und die gesellschaftliche Teilhabe von Geflüchteten gefördert werden.

Beim Projekt "Flüchtlingshilfe Quirnbach" 
Die „Flüchtlingshilfe Quirnbach“ konzentriert sich seit Ende 2015 auf die Integration von Geflüchteten in Arbeit und ins Dorfleben des 500-Seelen-Ortes. So gelang es dank eines ganzheitlichen Konzepts, dass 15 Geflüchtete nicht nur mit offenen Armen aufgenommen wurden, sondern dass mittlerweile auch alle 15 Flüchtlinge auf dem Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt Fuß fassen konnten.  

Die sechs Best-Practice-Projekte, die mit einer Urkunde ausgezeichnet wurden, sind:
-    Wurzeln schlagen – in zwei Kulturen    
1) Pflege! Deine Zukunft - KV Altenkirchen und DRK LV RLP
2) PFIFFIG - Ökumenische Flüchtlingshilfe
-    Starke Frauen im neuen Leben    
1) Stärke erfahrbar machen - Donnersberger Integrationsinitiative e. V.
2) Brückenfrauen-Projekt    - PSZ Westpfalz (Psychosoziales Zentrum Westpfalz)

-    Erfahrungen teilen – Chancen nutzen    
1) Integrationslotsen - Stadtverwaltung Koblenz
2) Deutsch Sein aus allen Himmelsrichtungen    - Toupi Group a.s.b.l.