„Die Bekämpfung von Rassismus ist eine dauerhafte Herausforderung, die nur im Zusammenspiel von staatlichem Handeln und zivilgesellschaftlichem und individuellem Engagement gelingen kann“, erklärte Integrations- und Familienministerin Katharina Binz weiter. Die Beteiligung von Menschen überall auf der Welt und auch in Rheinland-Pfalz an diesem Tag gegen Rassismus ist eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“
Ministerin Katharina Binz begrüßte ausdrücklich auch das starke Engagement der rheinland-pfälzischen Zivilgesellschaft im Kampf gegen Rassismus und weist auf die seit dem 14. März und noch bis 27. März die „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2022“ hin. Auch in Rheinland-Pfalz beteiligen sich zahlreiche Kommunen, Vereine und Verbände, um unter dem Motto „Haltung zeigen“ zu informieren, zu sensibilisieren und ins Gespräch zu kommen.
Integrationsbeauftragter der Landesregierung, Miguel Vicente: „Rassismus erfahren leider noch sehr viele Menschen, auch in Deutschland. Das Bewusstsein dafür ist in der Gesellschaft und der breiten Öffentlichkeit in den letzten Jahren gestiegen. Auch dank des beharrlichen jahrzehntelangen Engagements zivilgesellschaftlicher Bewegungen.“
Diese oft schmerzhaften Erfahrungen, die rassistischer Verhalten erzeugen, werden durch eine verbesserte wissenschaftliche Studienlage deutlich und auch in Zahlen erfassbar. Der Afrozensus 2020 zum Beispiel, – der erstmalig sozioökonomische Realitäten und Diskriminierungserfahrungen von Schwarzen Menschen in Deutschland erhebt und analysiert – zeigt auf, dass beispielsweise Schwarze Menschen in vielen Lebensbereichen Rassismus erfahren: auf dem Wohnungsmarkt, durch Sicherheitspersonal und Polizei, in Medien, auf Ämtern und in Behörden, im Berufsleben, im Bildungs- und Justizsystem, im Gesundheits- und Pflegesektor, bei Geschäften und Dienstleistungen sowie im Privaten und der Öffentlichkeit.
Weitere Studien zeigen, dass andere Gruppen wie Sinti und Roma, Musliminnen und Muslime, Jüdinnen und Juden, ähnliche Erfahrungen machen. „Dies macht deutlich, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt. Vielmehr muss von einem strukturellen Charakter gesprochen werden, der sich immer wieder in Einstellungen, Handlungen sowie Regeln und Normen niederschlägt“, erläuterte Katharina Binz.
Der Landesaktionsplan gegen Rassismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist ein wichtiges Instrument der Arbeit gegen Rassismus und andere Ungleichwertigkeitsvorstellungen in Rheinland-Pfalz. Er ist in enger Zusammenarbeit zwischen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Handelnden entstanden und legt einen Fokus auf Bildungs- und Präventionsarbeit.
Hintergrund:
Am 21. März 1960 wurde eine friedliche Demonstration gegen ein Apartheidsgesetz in Sharpeville/Südafrika, blutig niedergeschlagen und dabei 69 Menschen getötet. Daraufhin riefen die Vereinten Nationen 1966 den 21. März als „Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung“ aus. Seitdem setzen Menschen überall auf der Welt und auch in Rheinland-Pfalz an diesem Tag ein Zeichen gegen Rassismus. Das gesetzlich verankerte Apartheidssystem in Südafrika ist überwunden, Rassismus gibt jedoch nach wie vor weltweit.