„Seit dem 24. Februar 2022 haben unzählige Menschen durch die russischen Angriffe ihr Leben verloren, Millionen mussten ihre Heimat verlassen. Allein im vergangenen Jahr haben 8.893 ukrainische Kriegsgeflüchtete in Rheinland-Pfalz Schutz gefunden. Dieser Krieg findet nicht nur an der Front statt. Er prägt auch unsere gesellschaftlichen Debatten, etwa darüber, wie verlässlich internationale Bündnisse noch sind. Wir erleben eine Weltlage, die vielen von uns Sorgen macht und eine internationale Politik, in der nicht mehr Recht zählt, sondern Stärke. Für die Ukraine ist das keine abstrakte Debatte, sondern eine existentielle Frage. Wenn autoritäre Regime glauben, Grenzen mit Gewalt verschieben zu können, dann ist nicht nur die Ukraine bedroht, sondern das Völkerrecht insgesamt. Gerade deshalb darf Europa jetzt nicht wackeln. Gerade deshalb braucht es klare Worte und Entscheidungen. Und gerade deshalb ist Solidarität eine politische Verpflichtung. Die Ukraine ist unser Partner und Solidarität darf nicht von kurzfristiger Aufmerksamkeit abhängen. Solidarität heißt auch: Den Menschen, die vor diesem Krieg geflohen sind, bei uns Sicherheit und Perspektive zu geben. Rheinland-Pfalz steht an der Seite der Ukraine“, betonte Ministerin Binz.
Aktuell leben mehr als 57.589 ukrainische Kriegsgeflüchtete in Rheinland-Pfalz, wovon 15.924 Kinder und Jugendliche sind. Integrationsministerin Binz lobte den unerlässlichen Einsatz der Menschen in Rheinland-Pfalz für die angekommenen Menschen ebenso wie den der Kriegsgeflüchteten:
„Mut – das haben die Ukrainerinnen und Ukrainer in Rheinland-Pfalz in den letzten Jahren jeden einzelnen Tag bewiesen. Viele von ihnen kamen mit einem Koffer. Manche mit Kindern an der Hand oder allein. Und trotzdem haben sie sich eingebracht. Sie haben Chöre gegründet, Vereine aufgebaut, Hilfe organisiert, Sprache gelernt, Arbeiten aufgenommen, Freundschaften geschlossen. Sie haben unsere Gesellschaft mitgeprägt – nicht trotz ihrer Geschichte, sondern mit ihr. Integration heißt: Wir gestalten diese Gesellschaft gemeinsam auf Augenhöhe. Und ja, Integration braucht Strukturen. Integration braucht Sprachkurse, Wohnungen, Arbeit, Bildung. Aber Integration braucht ebenso psychologische Unterstützung, Schutzräume, Anerkennung von Traumata. Deshalb war und ist mir die Förderung der psychosozialen Betreuung geflüchteter Menschen ein besonderes Anliegen. Denn wer Schutz sucht, soll hier willkommen sein.“