Bundesweit verzeichnete das Statistische Bundesamt allerdings einen Rückgang der Einbürgerungen um 1,2 Prozent.
„Trotz der im Grunde erfreulichen Entwicklung in Rheinland-Pfalz sind die deutschen Einbürgerungszahlen im internationalen Vergleich sehr niedrig. Dies liegt daran, dass sich die Unionsparteien nach wie vor dem Gedanken der prinzipiellen Mehrstaatigkeit verschließen. Wir brauchen aber genau diese, wenn wir die Einbürgerungszahlen endlich erhöhen wollen“, fordert Integrationsministerin Anne Spiegel. „Die Einbürgerung ist ein wichtiger Impuls für die Integration und nur sie ermöglicht den Menschen ein vollständig gleichberechtigtes Leben in unserem Land."
Der Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration, Miguel Vicente, betont die große Bedeutung der Einbürgerung für die Integration, da erst diese die vollständige Teilhabe an allen Lebensbereichen ermögliche. Gemeinsam mit Ministerin Spiegel kündigt Vicente an: „Die Landesregierung wird sich auf Bundesebene weiter dafür einsetzen, dass das Staatsbürgerschaftsrecht entsprechend geändert wird. Damit hätte die bestehende inakzeptable Ungleichbehandlung von Menschen, die zwei Pässe haben dürfen, und Menschen, denen dies verwehrt wird, endlich ein Ende.“ Nach geltendem Recht gibt es bereits eine ganze Reihe von Ausnahmen, die Mehrstaatigkeit ermöglichen, wie etwa für EU-Bürgerinnen und Bürger, für Menschen aus Staaten, die grundsätzlich nicht aus der Staatsbürgerschaft entlassen oder bei besonderen Schwierigkeiten im Einzelfall. Dadurch werden zum Beispiel Personen aus Staaten mit einem geordneten Entlassungsverfahren, wie etwa der Türkei, benachteiligt.
Die Einbürgerungszahlen in Rheinland-Pfalz sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen. 5.756 Menschen ließen sich im Jahr 2015 einbürgern. 2014 waren es 5.566 Personen. In beiden Jahren wurde damit jeweils ein Zuwachs von 3,4 Prozent erreicht. „Das ist unsere höchste Einbürgerungszahl in den letzten acht Jahren“, stellt Integrationsministerin Anne Spiegel fest. Den kontinuierlichen Anstieg in den letzten Jahren in Rheinland-Pfalz führt die Integrationsministerin auf das einbürgerungsfreundliche Klima im Land zurück. „Die Kampagne ‚Ja zur Einbürgerung‘ und die konsequente Nutzung der rechtlichen Spielräume zeigen Wirkung“, so die Ministerin.
